Internationale Jugendarbeit

Die internationale Jugendarbeit ist ein Theorie- und Praxisfeld der außerschulischen Jugendbildung und als Feld der non-formalen Bildung wissenschaftlich untermauert.  Sie bietet Räume zur Begegnung und zum Austausch von jungen Menschen und Fachkräften mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und aus verschiedenen Nationen. Angesichts aktueller Herausforderungen einer globalisierten Welt mit ihren multikulturellen, multinationalen Gesellschaften kommt der internationalen Jugendarbeit eine immer stärkere Bedeutung zu. Gefördert wird die Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsbildung von Jugendlichen im Hinblick auf Selbstvertrauen, soziale und interkulturelle Kompetenz sowie Offenheit für neue Erfahrungen und Begegnungen.

Internationale Jugendarbeit hat einen unmittelbaren Bezug zu den Werten und Leitsätzen des Jugendwerks. Der Jugendaustausch fördert bei Kindern und Jugendlichen

- Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und füllt diese Werte mit Leben,
- (europäischen) Bürgersinn und bürgerschaftliches Engagement,
- demokratisches und soziales Denken in einem geeinten Europa,
- das Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft,
- die Persönlichkeitsentwicklung,
- interkulturelle und sprachliche Kompetenzen,
- die soziale und berufliche Eingliederung.

Das Projekt „Willkommen in der Kinderwildnis“ des Bezirksjugendwerks der AWO Hannover war eines dieser Projekte. Jugendliche aus Deutschland, Frankreich und Serbien fanden sich im Sommer 2014 in Nienburg/Weser zusammen, um gemeinsam eine Kinderwildnis zu bauen, einen Ort, an dem Kinder mitten in der Stadt die Natur spielerisch erleben können. Darüber hinaus diskutierten sie in umweltpädagogischen Workshops Fragen der ökologischen Nachhaltigkeit. Spiele zum interkulturellen Austausch regten sie außerdem dazu an, ein Verständnis für Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu entwickeln. Mit der Arbeit an der Kinderwildnis lernten sie ganz konkret, sprachliche Grenzen zu überwinden und für ein gemeinsames Vorhaben zu kooperieren. Das Projekt wurde vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) unterstützt.

Förderung

Aus  dem Kin­der- und Ju­gend­plan des Bun­des wird der au­ßer­schu­li­sche Ju­gend- und Fach­kräf­te­aus­tausch mit Ju­gend­hil­fe­or­ga­ni­sa­tio­nen in der gan­zen Welt ge­för­dert. Das Bun­des­ver­wal­tungs­amt be­treut ver­schie­de­ne För­der­pro­gram­me von der Be­wil­li­gung bis zur Prü­fung der Mit­tel­ver­wen­dung.

För­der­richt­li­ni­en zum Kin­der- und Ju­gend­plan des Bun­des

För­der­in­stru­ment ist seit 1993 der Kin­der- und Ju­gend­plan des Bun­des (KJP). In den För­der­richt­li­ni­en zum KJP ist ge­re­gelt, wel­che Maß­nah­men wie und mit­un­ter in wel­cher Hö­he ge­för­dert wer­den. Pau­scha­len für Un­ter­kunft, Ver­pfle­gung und Fahrt­kos­ten sind der Re­gel­fall. Un­ter­stützt wird ne­ben der Be­geg­nung zwi­schen den Ju­gend­li­chen auch der Aus­tausch zwi­schen den Fach­kräf­ten der Ju­gend­hil­fe. Bei­spie­le sind Fach- und Ar­beits­ta­gun­gen, Prak­ti­ka und Hos­pi­ta­tio­nen oder Be­ra­tungs­ein­sät­ze.

Glo­bal­mit­tel und Son­der­pro­gram­me

Die För­de­run­gen nach dem Kin­der- und Ju­gend­plan des Bun­des sind in ver­schie­de­ne Pro­gram­me ein­ge­teilt. Der­zeit rund 70 Trä­ger er­hal­ten Pro­jekt­mit­tel aus dem so­ge­nann­ten Glo­bal­mit­tel­pro­gramm des BMFSFJ, das auf ei­ne lang­fris­ti­ge För­de­rung der ein­zel­nen Or­ga­ni­sa­tio­nen aus­ge­rich­tet ist. Ne­ben dem Glo­bal­mit­tel­pro­gramm gibt es die Son­der­pro­gram­me für be­stimm­te Län­der.

Das Bundesjugendwerk als Zentralstelle

Für die Gliederungen des Jugendwerks fungiert das Bundesjugendwerk als Zentralstelle für das Bundesverwaltungsamt und leitet alle Anträge gebündelt weiter.

Über das Bundesjugendwerk als Bundeszentrale für die Internationale Jugendarbeit des Jugendwerks der AWO gibt es folgende Fördermöglichkeiten:

  • Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP)
  • ConAct Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch
  • TANDEM Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch
  • Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch (DRJA)

Anträge an das Deutsch-Französisches Jugendwerk (DFJW) bitte an den AWO Bundesverband richten. Ansprechparterin: Christin Lübbert (Tel.: 030-26309228)

Aktuelles

Zur Beantragung von Mitteln für die Internationale Jugendarbeit findet ihr die aktuellen Unterlagen unter folgenden Links (Formulare für Letztempfänger):

ConAct (Frist 15.09.18) - deutsch - israelischer Jugendaustausch

Tandem (Frist 15.09.18) - deutsch - tschechischer Jugendaustausch

Stiftung-DRJA (Frist 15.09.18) - deutsch - russischer Jugendaustausch

Fachkräftemaßnahme

(Frist 31.10.18)

Antrag und Nachweis

Hier ist zu beachten, dass es für Maßnahmen der längerfristigen Förderung (Globalmittel) und den bilateralen Sondermaßnahmen (Sonderprogramme) verschiedene Antragsformulare und Formulare für Sachberichte gibt.

Der Verwendungsnachweis ist mit besonderer Sorgfalt auszufüllen, sämtliche Angaben müssen sachlich und rechnerich richtig sein.

Hier findet ihr die aktuellen Formblätter des KJP für Antragsstellungen und Verwendungsnachweise. 

Für die Förderpraxis ab 2019 bitten wir um besondere Beachtung einer Klarstellung des BMFSFJ:

Die Förderung des KJP richtet sich grundsätzlich an junge Menschen bis 26 Jahren gemäß SGB VIII. Für die besonderen Anlässe, bei denen Verantwortliche der Jugendarbeit zusammenkommen, die älter als 26 Jahre sind und nicht unter jugendlichen Bedingungen untergebracht werden können, wurde das Format des Fachkräfteprogramms eingerichtet. Begegnungen mit Ausbildungscharakter, z.B. zu Jugendgruppenleitern, sind keine Fachkräfteprogramme und werden in den anderen Förderbereichen auch nicht als solche anerkannt.

Begegnungen von Jugendgruppen sind, unabhängig vom konkreten Inhalt der Begegnung, immer Jugendbegegnungen. Wir weisen darauf hin, dass daher nur Austauschmaßnahmen als Fachkräfteprogramme (mit deren Fördersätzen) gefördert werden können, wenn diese als Zielgruppe auch Personen haben, die 27 oder älter sind. Diese Regelung gilt grundsätzlich unabhängig von der Fachlichkeit  des Programms. Austausche mit Teilnehmenden unter 27 werden grundsätzlich als Jugendbegegnung mit den entsprechenden Fördersätzen angesehen.

Hinweis: Für den Nachweis beim Fachkräfteprogramm müssen in der Teilnehmer*innen-Liste unbedingt der Verein und die Funktion der jeweiligen Fachkraft eingetragen werden!

Wir weisen zudem darauf hin, dass alle Veröffentlichungen zu den durchgeführten internationalen Maßnahmen mit dem Förderlogo des Bundesministeriums (BMFSFJ) versehen werden müssen. 
 

Informationsmaterial

Welche Möglichkeiten und Voraussetzungen gibt für den internationalen Jugendaustausch und wie wird er gefördert? Hier könnt ihr euch über die Bestimmungen und Richtlinien ausführlich informieren.