Medieninfo 9/2008: Zur Situation von Kindern und Jugendlichen in Flüchtlingsunterkünften

14.05.2008
Medieninfo 9/2008: Zur Situation von Kindern und Jugendlichen in Flüchtlingsunterkünften

Die Bundeskonferenz des Jugendwerkes der AWO beauftragte den Bundesjugendwerksvorstand, eine verbandliche Auseinandersetzung zur Situation von Kindern und Jugendlichen in Flüchtlingsunterkünften in Deutschland in Gang zu bringen.

Hierzu sollen in den nächsten zwei Jahren Fakten aus den Jugendwerken vor Ort zusammen getragen werden. Diese Informationen sollen bei verbandsinternen und-externen regionalen Veranstaltungen, welche die Belange von Kindern und Jugendlichen sowie von MigrantInnen thematisieren sollen, öffentlichkeitswirksam präsentiert werden. Des Weiteren soll der Bundesjugendwerksvorstand die Jugendwerke vor Ort bei der Organisation entsprechender Veranstaltungen sowie bei einer politischen Auseinandersetzung mit dem Thema unterstützen.

In der Begründung des Antrages der Landesjugendwerke der AWO Thüringen und Hamburg heißt es:

"In Deutschland leben derzeit ca. 1.000.000 Menschen in, meist abgelegenen, Einzel- und Gemeinschaftsunterkünften, Ausreisezentren und Abschiebegefängnissen. Grundstruktur dieses Systems ist die Residenzpflicht, d. h. die BewohnerInnen dürfen den Landkreis für die Dauer ihres Antragsverfahrens auf Asyl nicht verlassen.

Dabei genügt die Unterbringung der Flüchtlinge in den genannten Unterkünften oftmals nicht einmal den niedrigsten Ansprüchen an Hygiene, Privatsphäre und an ein Recht auf Selbstbestimmung. […] Davon bleiben auch Kinder und Jugendliche nicht unberührt. Sie sind gemeinsam mit ihren Familien in einem Zimmer untergebracht, sodass für niemand die Möglichkeit zur Selbstentfaltung und zum Rückzug bleibt.

Mit der Zentralen Aufnahmeeinrichtung für AsylbewerberInnen in der Motardstraße 101a, Berlin-Spandau, befindet sich ein solches ‚Lager’ auch in AWO-Trägerschaft. In einem aktuellen Artikel aus der Wochenzeitung ‚Freitag’ (15.2.08) wird genannte Einrichtung als ‚schlimmstes Lager der Hauptstadt’ bezeichnet."