Jugendwerk gegen Pegida und Co - für eine solidarische Gesellschaft!

27.03.2015
Jugendwerk gegen Pegida und Co - für eine solidarische Gesellschaft!

In Deutschland sind seit Ende 2014 jeden Montag tausende Menschen auf den Straßen. Diese Zunahme an öffentlichem, zivilgesellschaftlichem Wirken vieler Bürgerinnen und Bürger sollten wir als ein Zeichen zunehmenden politischen Interesses gutheißen - oder?

Nein! Wir sagen: Hier wird gegen Menschen demonstriert und gehetzt! Das bereitet uns große Sorge!

2014 waren laut UNO Flüchtlingshilfe weltweit ca. 51 Millionen Menschen durch gewalttätige und kriegerische Auseinandersetzungen, Unterdrückung oder politische Verfolgung gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Sie sind nun darauf angewiesen Zuflucht zu finden, um sich aus dem Nichts ein sicheres, neues Leben aufzubauen.

Angst haben nicht nur diejenigen, die ohne Existenzgrundlage in einem fremden Land versuchen ihr Leben neu zu ordnen, sondern auch viele Menschen, die befürchten, dass sich mit steigenden Flüchtlingszahlen ihre eigenen Lebensbedingungen verschlechtern werden. Dies sind nicht nur Menschen in prekären sozialen Lagen oder unsicheren Beschäftigungsverhältnissen, sondern insbesondere bürgerliche Bevölkerungsschichten. In kapitalistischen Industrienationen bangen viele um ihre soziale Absicherung und Zukunft. Dahinter mag eine oft unterschwellige aber verbreitete Angst stecken, in einer komplexen globalisierten Gesellschaft Überblick und Kontrolle zu verlieren. Als Antwort auf komplexe Zusammenhänge und persönliche Ängste scheint es leicht sich eines Sündenbocks zu bedienen. Dieses gefährliche Phänomen müsste uns allen aus der deutschen Geschichte erschreckend bekannt vorkommen!

Jetzt, wie auch zu Beginn des Nationalsozialismus, versuchen radikale Kräfte, Parteien und Bewegungen diese diffusen Ängste und Vorurteile weiter zu schüren, um sie für ihre Zwecke zu nutzen. Politisch wird Verunsicherungen und Ängsten, besonders in Kommunen mit geringen finanziellen Mitteln und personellen Ressourcen, oft nur unzureichend begegnet. Gern greifen dies Gruppierungen wie seit Ende 2014 "Pegida" (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) auf und vertreten mit islam- und fremdenfeindlichen Parolen vermeintlich einen großen Bevölkerungsanteil.

Auch wenn die Anzahl direkter Unterstützer*innen gering ist und in den meisten Teilen Deutschlands die Zahl der montäglichen Gegendemonstranten weit größer ist, treibt die stete Unterscheidung von Menschen in "wir" und "die" einen Keil in die Gesellschaft und projiziert globale politische und wirtschaftliche Problemlagen auf einzelne Gruppen von Menschen.

Das Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt setzt sich für eine solidarische Gesellschaft ein, in der jeder Mensch willkommen ist und alle Menschen die gleichen unangreifbaren Rechte haben. Was ist also unsere Antwort auf die aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Veränderungen von zunehmender Zuwanderung und den damit verbundenen Herausforderungen?

Wir wollen, zusammen mit der Gesellschaft:

  • dass alle Menschen, die Zuflucht suchen, bedingungslos willkommen geheißen werden,
  • dass alle zu einer anerkennenden, wertschätzenden Willkommenskultur beitragen,
  • dass für Aufklärung und den Abbau von Vorurteilen in der Gesellschaft gesorgt wird,
  • dass Hindernisse und Ungerechtigkeiten gegenüber Flüchtlingen und Asylsuchenden politisch und zivilgesellschaftlich abgebaut werden und
  • dass aktiv gesellschaftlichen Strömungen, welche Menschen in Kategorien wie Besser und Schlechter einteilen und ausgrenzen, entgegengewirkt wird.

Wir stellen uns gegen jegliche Formen von Gewalt!

Wir stehen für eine solidarische Gesellschaft, die offen für alle Menschen ist und diese gleich an Würde und Rechten behandelt!

Wir wollen nicht nur, wir handeln auch:

Bundesweit ist das Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt in vielen Bereichen aktiv, die Solidarität fördern und junge Menschen darin stärken sich selbstbewusst und emanzipiert in unsere Gesellschaft einzubringen. Mit unseren freizeitpädagogischen Maßnahmen und außerschulischen Bildungsangeboten erreichen wir Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus verschiedensten Milieus und tragen so dazu bei, dass Vielfalt endlich zur Normalität wird. Aber auch mit gezielten Projekten in Flüchtlings- und Asyleinrichtungen tragen wir aktiv dazu bei, dass sich JEDER Mensch willkommen fühlt und die Chance erhält sich ein sicheres, menschenwürdiges Leben aufzubauen.

Hoch die internationale Solidarität!