Das bringt Jugendlichen Rückenwind!

05.03.2014
Das bringt Jugendlichen Rückenwind!

6.000.000 Millionen , 9.650.000 Euro , "Extremisten mit Persilschein" , selbstbestimmt oder doch verzweckt? , Ministerium für alles Gute und Schöne … . Häh, worum geht es hier eigentlich? Es geht um Grundsätzliches und um Aktuelles rund um den Deutschen Bundesjugendring (DBJR).

Bei vielen von euch lösen diese vier großen Buchstaben sofort ein Bild im Kopf aus. Vielen von euch sagen diese Buchstaben aber vielleicht auch…nicht ganz so viel. Mehr als 6 Millionen engagierte Kinder und Jugendliche werden durch den Deutschen Bundesjugendring vertreten. Darunter auch viele im Jugendwerk der AWO engagierte junge Menschen. Auf der Bundesebene zählt die Vertretung des Bundesjugendwerks im DBJR neben der im Mutterverband der AWO, zu den wichtigsten überhaupt. Der DBJR ist das Scharnier zu politischen Entscheidungsträger*innen im Deutschen Bundestag und den Bundesministerien. In den Sitzungen des DBJR, den Hauptausschüssen, arbeiten und diskutieren 26 Kinder- und Jugendverbände, 16 Landesjugendringe und 5 sogenannte Anschlussverbände, die noch kein Vollmitglied sind. Dabei reicht das Spektrum von Arbeiterjugendverbänden, über Verbände junger Migrant*innen, ökologische, humanistische, konfessionelle, kulturelle, sowie Pfadfinder*innen- Verbände.

Diese Vielfalt bereichert den DBJR, sorgt aber ebenso für eine inhaltliche Reibungsfläche. Gemäß des Konsensprinzips wird in den Diskussionen und den Abstimmungen gemeinsamer Positionen immer Wert darauf gelegt, den Kindern und Jugendlichen aller Verbände Deutschlands eine Stimme zu verleihen. Im DBJR findet ein Mal im Jahr eine Bundeskonferenz statt, die sich Vollversammlung (VV) nennt. Die letzte Vollversammlung fand vom 25.-26.10.13 in Magdeburg statt. Neben der Wahl eines neuen Vorstands standen zahlreiche Anträge auf der Tagesordnung, die für das Jugendwerk eine Bedeutung haben und von Jugendwerkler*innen mitdiskutiert wurden.

Rechtsanspruch auf Jugendarbeit Für alle Jugendwerksgliederungen zentral ist der Beschluss zum Thema "Rechtsanspruch auf Jugendarbeit." Vor Ort kann dieser als Argumentationshilfe eingesetzt werden. Worum es geht: "Die prekäre Situation der öffentlichen Haushalte führt vielerorts zu einer Kinder- und Jugendhilfe nach Kassenlage. Die politisch hingenommene Verarmung öffentlicher Haushalte hat zur Folge, dass der Staat seiner öffentlichen Verantwortung nicht mehr gerecht wird. Entscheidungsträger_innen meinen fälschlicherweise, Kürzungen bei Angeboten der Jugendarbeit mit den Kosten für den Ausbau des formalen Bildungssektors, der Notwendigkeit von Haushaltskonsolidierungen oder vermeintliche Einsparungspotentiale durch den demografischen Wandel begründen zu können. Oft stehen nicht mehr die Bedarfe junger Menschen im Fokus, sondern die jeweilige Haushaltssituation vor Ort. Die zur Förderung junger Menschen erforderlichen Angebote der Jugendarbeit und die Förderung der tätigen Jugendverbände sind jedoch weder faktisch noch rechtlich ein disponibles Luxusgut sondern zentrale Aufgabe des Staates - und verpflichtende Vorgabe des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG). Es besteht ein Rechtsanspruch auf Kinder- und Jugendarbeit und die Förderung der Jugendverbände dem Grunde nach." Dieser Beschluss und eine vom DBJR in Auftrag gegebene Expertise von Professor Dr. Wiesner und Professor Dr. Bernzen stellen eine gute und versierte Grundlage dar, die Diskussion um die Aufstockung bzw. Anpassung der Förderung der Kinder- und Jugendverbände voranzutreiben. Die Expertise wird in der nächsten Hauptausschusssitzung des DBJR am 04.12.2013 vorgestellt und den JW-Gliederungen zur Verfügung gestellt. Da der Rahmen dieses Exzess-Artikels begrenzt ist, können leider nicht alle aktuellen Beschlüsse an dieser Stelle präsentiert werden, es sei jedoch auf die Beschlüsse zum Thema Sozialpolitik, Kinderrechte, Inklusion oder auch die Ausbesserung des Bundeskinderschutzgesetzes verwiesen. Da viele JW-Gliederungen seit vielen Jahren kontinuierlich Gedenkstättenpädagogik betreiben und u.a. in das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz/Auschwitz-Birkenau fahren, möchte ich auf den Beschluss zur Kooperation mit dem Israelischen Jugendring anlässlich des 70. Befreiungstages des Konzentrationslagers am 27. Januar 2015 hinweisen. Der DBJR wird gemeinsam mit den Mitgliedsverbänden Überlegungen anstellen, wie dieser besondere Jahrestag gestaltet werden kann.

Bei diesen und allen anderen Themen gilt: Bringt eure Ideen ein. Habt ihr vor Ort Erfahrungen mit den angesprochenen Themenkomplexen gehabt? Was glaubt ihr, sollte vom Jugendwerk im DBJR berichtet werden, habt ihr Materialien, die ausgelegt werden sollen? Wendet euch diesbezüglich vertrauensvoll an den Bundesjugendwerksvorstand oder die Bundesgeschäftsstelle. In Zeiten von drohender Streichung von Ressourcen der Jugendverbandsarbeit ist es besonders wichtig, im DBJR eine starke Stimme zu haben und mit allen Verbänden solidarisch für eine gut ausgestaltete Jugendverbandsarbeit zu streiten. Denn: Das Bringt Jugendwerken Rückenwind!

(Text: Maike Eckel)