Die Kinderrepublik - Ferienlager für und MIT Kindern und Jugendlichen

15.04.2009: Vom Teilnehmen zum Teilhaben!


Schon seit vielen Jahren bieten verschiedenste Gliederungen des Jugendwerks Ferienlager für Kinder und Jugendliche an. Auf jeder dieser Fahrten sollen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zum einen natürlich Spaß haben und zum anderen auch über ihren Alltag im Camp mitentscheiden können. Wie dieses Mitentscheiden aussieht, ist natürlich von Camp zu Camp unterschiedlich. Die Mitbestimmung fängt vielleicht beim gemeinsamen Erarbeiten der Regeln für die kommenden Tage an oder bei der Selbstgestaltung von Essenfesten, wobei Fragen über Fragen zu klären sind: "Was kochen wir?", "Was kaufen wir ein?", "Wieviel Budget haben wir dafür zur Verfügung?" und "Wie gestalten wir die Räume?"

Und es gibt auch ein besonderes Camp des Jugendwerks (das mir bekannt ist), das seinen Schwerpunkt auf die Partizipation gelegt hat. Das Projekt nennt sich "Kinderrepublik" und findet jedes Jahr in den Sommerferien im Jugendzeltlager Selker Noor nahe der dänischen Grenze und der Ostsee statt. Viele Jugendwerke aus ganz Deutschland sind an der Kinderrepublik beteiligt.

Die Besonderheit dieses Camps besteht darin, dass in jedem Zelt ca. zehn Kinder oder Jugendliche untergebracht sind. Diese TeilnehmerInnen bilden ein sogenanntes "Dorf". Zusammen legt sich das Dorf ein Wappen zu und überlegt sich einen Namen. Ich erinnere mich da an originelle Bezeichnungen wie "die Brandendorfer" oder "Schatziiis". Jedes Dorf wiederum wählt VertreterInnen, die als DorfsprecherInnen fungieren und jeden Abend mit der Gruppe entscheiden, was am nächsten Vormittag veranstaltet werden soll.

Die Zeltlager-Verantwortlichen organisieren jeden Tag Aktionen für die TeilnehmerInnen - wie Klettern, Kanu fahren, Wikingerleben oder Segelkuttern. Aber weil auch die spannendsten Angebote irgendwann langweilig werden, können die Dörfer sich natürlich auch eigene Beschäftigungsmöglichkeiten ausdenken. So gab es in meiner Gruppe am vorletzten Vormittag einen entspannten und bunten Gammel- und Spielevormittag im Zelt.

Am Nachmittag, nachdem alle TeilnehmerInnen bei einen leckeren Stück Kuchen neue Energie gesammelt haben, geht es in die "Ministerien". Die Auswahl, wer in welchem Ministerium mitwirkt, erfolgte natürlich auch durch die Teilnehmenden selbst. Die ewigen Klassiker dabei sind (um nur zwei exemplarisch zu nennen) das Abendministerium, das Feste und Feiern für das gesamte Camp organisiert, und das Presseministerium, bei dem die "ReporterInnen" für das gesamte Camp jeden Tag eine Zeitung schreiben. Jeden Morgen kann diese dann schön entspannt zum Frühstücksbrötchen gelesen werden.

Die Kinderrepublik ist in meinen Augen eine wunderbare Möglichkeit für Kinder und Jugendliche basisdemokratische Strukturen nach dem Prinzip der Mehrheitswahl kennenzulernen und mitzuerleben.

Christoph Götz
JW Strausberg

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