"F.R.I.E.D.A."

15.01.2008: Projekt des Landesjugendwerkes der AWO Thüringen

F.R.I.E.D.A. - Für respektvolles interkulturelles Erleben, Demokratie & Austausch

Kurzdarstellung


Jugendliche und junge Erwachsene werden mit Seminaren vor Ort im Jugendclub oder (Berufs-) Schule zum interkulturellen Dialog angeregt. Die Methoden der Seminare tragen dazu bei, dass Berührungsängste zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund abgebaut, gesellschaftliche Werte diskutiert und Vorurteile verringert werden.

Die Durchführung der Seminare erfolgt durch junge Ehrenamtliche mit und ohne Migrations-hintergrund, die zu MultiplikatorInnen ausgebildet wurden.

F.R.I.E.D.A. ist ein Modellprojekt in Thüringen von 2007 - 2010 und wird gefördert durch das Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit.

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Entstehung F.R.I.E.D.A.


Das Landesjugendwerk der AWO Thüringen führt seit 9 Jahren Bildungsveranstaltungen zu unterschiedlichen Themen in ganz Thüringen mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus offenen Kinder- und Jugendeinrichtungen, Schulen sowie Berufsschulen durch.

Auch wenn es die Statistik in Thüringen nicht vermuten lässt, arbeiteten wir häufig mit Gruppen, in denen junge Migrantinnen und Migranten bzw. Jugendliche, die in Familie, Freundeskreis oder Verein Kontakt mit MigrantInnen haben. Unsere Erfahrungen zeigten, dass es in Gruppen mit Teilnehmenden mit und ohne Migrationshintergrund überwiegend Berührungsängste und wenig Interaktion zwischen den Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft gibt bis hin zu offener Ausgrenzung, was auf eine Vielzahl von Vorurteilen zurückzuführen ist. Daraufhin entwickelten wir das Projekt F.R.I.E.D.A.

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Umsetzung F.R.I.E.D.A.


Die Umsetzung des Projektes erfolgt in drei Modulen.

Modul A - Seminare vor Ort

  • Seminare für Gruppen von Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 27 Jahren aus offenen Kinder- und Jugendeinrichtungen und (Berufs-) Schulen
  • Seminare mit sechs thematischen Schwerpunkten, wobei Methoden Interkulturellen Lernens in jedes Seminar integriert sind
    • Schwerpunkte: "Interkulturelles Lernen", "Vorurteile und Fremden-feindlichkeit", "Demokratie und Menschenrechte", "Rechtsextremismus", "Lebens- und Berufsplanung", "Geschmack machen auf Europa"
  • Die kostenlosen Seminare werden gebucht durch die Einrichtungen.

Modul B - Ausbildung "Interkulturelle Kompetenz"

  • Junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren, die sich im interkulturellen antirassistischen Bereich engagieren wollen, werden zu ExpertInnen, sog. MultiplikatorInnen in ihrem lokalen Umfeld ausgebildet.
  • Das Angebot richtet sich v.a. an Jugendliche, die sich aktiv vor Ort in ihrer Schule/Jugendhaus/Stadtteil/Verein engagieren wollen und bislang keine geeignete Form für ihr soziales und gesellschaftliches Engagement gefunden haben.
  • Während mehrerer aufeinander aufbauender Ausbildungsmodule, die in regelmäßigen Abständen stattfinden, erhalten die Teilnehmenden eine umfassende und grundlegende Ausbildung z.B. aus den Bereichen Interkulturelles Lernen, Demokratieerziehung, Menschenrechtsbildung, Antirassismus, Rechtsextremismus. Die Jugendlichen werden ausgestattet mit einer Vielzahl von Hintergrundwissen und Methoden, um mit Gruppen zu arbeiten, Beteiligungsformen in ihrem Alltag werden aufgezeigt, Grundlagen von Projektmanagement werden vermittelt.

Modul C - Internationale Begegnungen

  • Für Jugendliche im Alter von 13 - 27 Jahren, die an den Seminaren vor Ort und/oder der MultiplikatorInnen - Ausbildung teilgenommen haben, bieten wir die Möglichkeit praktisches Erfahrungen im interkulturellen Bereich zu erfahren. Zudem möchten wir ihr Engagement würdigen.
  • Wir initiieren gemeinsam mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen internationale Jugendbegegnungen und andere multilaterale Projekte.
  • Bei der Entwicklung von konkreten Projektideen legen wir sehr großen Wert auf die Teilhabe aller Beteiligten. Das bedeutet, dass bereits bei der Ideenfindung und erst recht bei der Projektentwicklung die involvierten Jugendlichen den Gesamtprozess stark bestimmen.

Die Module sind so angelegt, dass Überschneidungen erwünscht sind.

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Ziele des Projektes


F.R.I.E.D.A. fokussiert mehrere Ziele. Mit dem Projekt wollen wir...

  • … eine Annäherung und Verständigung anstoßen.
  • Die Annäherung und Verständigung wird sowohl zwischen jungen Seminarteilnehmenden mit und ohne Migrationshintergrund angestoßen als auch zwischen den Seminar durchführenden MultiplikatorInnen (Teamenden) mit und ohne Migrationshintergrund. In vielen Fällen finden einzelne Jugendliche in dem/der Teamenden einen/eine erste/n Dialogpartner/Dialogpartnerin mit Migrationshintergrund überhaupt. Der Dialog fokussiert dabei zwar auch Herkunft, aber vor allem übergreifende Themen wie Identität und demokratische Werte. So lernen die jungen Seminarteilnehmenden andere junge Menschen kennen, die sich unabhängig ihrer Herkunft für demokratische Werte engagieren.

  • … durch ein Miteinander Agieren Berührungsängste verringern.
  • Innerhalb einzelner Methoden der Seminare arbeiten Jugendliche gemeinsam auf ein Ziel hin, z.B. aus einer Utopie für eine ideale Atmosphäre in Klasse/Schule/Jugendclub/Stadtteil eine konkrete Umsetzung herauszuarbeiten. Unsicherheit im Alltag, die oftmals einer strikten Abgrenzung innerhalb des Gruppenverbunds zugrunde liegt, spielt in dem Moment keine Rolle.

  • … durch gegenseitigen Austausch Vorurteile abbauen.
  • Vorurteile gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund begegneten wir in so gut wie jedem Seminar. Neben Aufklärung und Wissensvermittlung auf der Sachebene über Lebenssituationen von MigrantInnen in Deutschland oder z.B. Flüchtlingsbewegungen weltweit mit Hilfe aktiver Methoden erhalten die Seminarteilnehmenden darüber hinaus die Möglichkeit, durch persönlichen Kontakte im Seminar aus den Fakten eine persönliche Lebensgeschichte - also "ein Gesicht" - zu geben. Gerade durch den Dialog auf gleicher Augenhöhe und zwischen Menschen in ähnlichem Alter gelingt der Abbau von Vorurteilen in höherem Maß denn nur in der Vermittlung von Fakten z.B. innerhalb des Schulunterrichts. Die Jugendlichen lernen Menschen kennen, die ihr vorurteilsgeprägtes Bild aufrütteln bzw. nehmen MitschülerInnen mit Migrationshintergrund anders wahr.

  • … Achtung und Respekt der Individualität einer jeden Person wecken.
  • Ein Seminarbestandteil ist die Vermittlung des Mechanismus, der hinter Vorurteilen und Diskriminierung steht und welche Auswirkungen diese haben können. Besonders wichtig ist uns, aufzuzeigen, inwieweit jede Person diesen Mechanismus bewusst oder unbewusst mit trägt und dementsprechend durch bewusstes Handeln aktiv gegen Diskriminierung arbeiten kann. Darüber hinaus steht jede einzelne Person im Mittelpunkt mir ihrem Wunsch nach der Achtung seiner Person. Es wird offensichtlich, dass Vorlieben und Abneigung nichts mit Herkunft oder der zugeschriebenen Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu tun haben, sondern mit persönlichen Erfahrungen. Die Teilnehmenden erfahren im Seminar Wertschätzung ihrer Individualität und bekommen Wege aufgezeigt, wie sie das auf untereinander tun können.

  • … den Teilnehmenden die Bedeutung von Toleranz und Akzeptanz für eine demokratische Gesellschaft vor Augen führen.
  • Was passiert, wenn Menschen mit teilweise ganz unterschiedlichen Interessen zusammen leben? Diese Frage begegnet Jugendlichen in ihrer Familie, Schule, Verein, aber auch in vielen anderen gesellschaftlichen Zusammenhängen - und in Methoden (Simulationen) unserer Seminare vor Ort. Gemeinsam werden Strategien entwickelt, Kompromisse erarbeitet und Grundsätze beschlossen, um für jede Person - ob Mehr- oder Minderheit gefühlt zugehörig - ein lebenswertes Umfeld zu schaffen. Diese Ergebnisse werden wiederum in größere gesellschaftliche Zusammenhänge gehoben, um die gefühlte Distanz zu Demokratie verringern und Demokratie nicht ausschließlich als Staatsform zu betrachten.

  • … gesellschaftliches Engagement von jungen Menschen fördern.
  • F.R.I.E.D.A. lebt vom gesellschaftlichen Engagement junger Ehrenamtlicher, deren Ideen und Wertvorstellungen Vielfalt repräsentieren und fester Bestandteil der Seminare vor Ort sind. Zudem erlernen junge Menschen im Ausbildungsmodul "Interkulturelle Kompetenz" "Handwerkszeug", um in ihrem lokalen Umfeld aktiv zu werden.

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F.R.I.E.D.A. im Internet


Homepage des Landesjugendwerks der AWO Thüringen

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Kontakt

LJW der AWO Thüringen
Pfeiffersgasse 12
99084 Erfurt
Tel. 0361/21031130
Fax. 0361/21031349
Projektkoordination: Christin Voigt
Tel. 0361/21031139
Mail: christin.voigt@awo-thueringen.de

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Weitere Bilder

Zugehörige Dateien:
Projektbeschreibung (PDF)Download (34 kb)
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