"Kulturexpress"
05.11.2007: Projekt des Bezirksjugendwerkes der AWO Niederrhein
KULTUREXPRESS
Neues Projekt beim Bezirksjugendwerk der AWO Niederrhein gestartet...
Seit dem 1.7.07 haben wir ein neues Projekt gestartet. Es handelt sich hierbei um ein Modellprojekt, welches für drei Jahre aus Mitteln des BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) finanziert wird.
Bei einer Fachtagung des BAMF habe ich erfahren, dass auch in 2007 wieder Mittel für Projekte vergeben werden. Hier lag der Schwerpunkt u. a. im interkulturellen Bereich, in der Erwachsenen- sowie Jugendbildung.
Mit dem Vorschlag, ein neues Konzept zu erstellen, bin ich in unseren Vorstand gegangen. Da der interkulturelle Arbeitsbereich in den letzten drei Jahren besonders durch das IMUS-Projekt einen hohen Stellenwert in unserer Gliederung erreicht hat, bin ich beim Vorstand auf großes Interesse gestoßen. Somit ergab sich, dass wir ein neues Konzept entwickelt haben, welches erfreulicherweise auch bewilligt wurde. Einen komprimierten Einblick in die Idee, Methode sowie Zielsetzung des Projekts "Kulturexpress" bietet unser Projektflyer, den Ihr bei uns bestellen könnt.
Für alle weiteren Rückfragen stehe ich selbstverständlich zur Verfügung und verbleibe mit
herzlichen Grüßen
Inga Trippler
(inga@jugendwerk.de)
Verbandsreferentin/Projektleiterin
BJW der AWO Niederrhein
Kontakt
BJW der AWO Niederrhein
Fon: 0201/3105262
E-Mail: info@jugendwerk.de
Homepage des BJW Niederrhein
Text des Projektflyers
Hier nun der Text aus dem Flyer zu dem Projekt "Kulturexpress". Der Flyer findet sich unten im Downloadbereich auch im Original-Layout als PDF-Datei.
KULTUREXPRESS
Die Begeisterung und die Kompetenz für ein interkulturelles Leben und Handeln soll an Fahrt gewinnen.
Interkulturalität im Jugendverband
Ein wichtiger Ansatz in der Arbeit eines Jugendverbands ist die Einflussnahme auf die kommunale Kinder- und Jugendpolitik sowie die fachliche und politische Orientierung, welche über den lokalen Rahmen hinausgeht.
Dieses politische Engagement erhält ein starkes Gewicht, wenn Ideale nach einer zukünftigen interkulturellen Ausrichtung bereits in den Gruppen und Projekten gelebt werden. Deshalb gilt es wichtige Prozesse des interkulturellen bürgerschaftlichen Engagements des Jugendwerks in die politische Diskussion mit einzubringen.
Wir wollen junge Menschen aller Ethnien zu einer gemeinsamen Interessenvertretung ermutigen, die interkulturelle Aspekte über nationale und ethnische Einzelinteressen setzt um damit zur Verwirklichung eines Einwanderungslands beizutragen.
Darstellung des Bedarfs
Seit den 50er Jahren gibt es in Deutschland Zuwanderung vieler MigrantInnen. Doch ein politisches Bekenntnis durch die Bundesregierung, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, besteht erst durch das Zuwanderungsgesetz seit dem 01.01.2005. Dieses begründet u. a. bisherige Versäumnisse bei der Integration von ZuwanderInnen in unserer Gesellschaft.
Das Bezirksjugendwerk der AWO Niederrhein möchte durch das Projekt einen gesellschaftspolitischen Beitrag für die zukünftige Gestaltung einer Einwanderungsgesellschaft leisten, welche die expliziten Chancen der Mehrheits- und der Minderheitsgesellschaft nutzt.
Um gewissenhaft von interkultureller Arbeit reden zu können, muss ein Raum geschaffen werden in dem Menschen verschiedener Kulturzugehörigkeiten zusammentreffen. Nach einem Aufeinanderzugehen folgt ein weiterer Schritt des gegenseitigen Kennenlernens, des Austauschs und des gemeinsamen Handelns. Lediglich durch diese Herangehensweise kann von Interkulturalität gesprochen werden.
Ziele des Projekts
Wir wollen beispielgebend vielfältige Angebote initiieren, um ein zukünftiges interkulturelles Zusammenleben in unserer Gesellschaft zu verbessern. Das bedeutet insbesondere Ängste und Barrieren vor dem Fremden zwischen Menschen unterschiedlichster Kulturzugehörigkeiten gezielt abzubauen.
Unsere interkulturelle Öffnung und unsere bisherige Integrationsarbeit wollen wir durch unser Engagement weiterentwickeln. Ein festes Kernteam junger bürgerschaftlich engagierter Menschen soll etabliert werden, um zukünftig kontinuierlich interkulturelle Kinder- und Jugendgruppenangebote durchzuführen.
Umsetzung
Das Zusammentreffen und Zusammenleben von verschiedenen Ethnien soll durch gemeinsame Erfahrungen interkultureller Gruppenarbeiten und -projekte erlebbar und erlernbar gestaltet werden.
Durch außerschulische Bildungsarbeit soll das interkulturelle Lernen und Handeln vermittelt werden, wie beispielsweise:- Regionale Kultur (z. B. Route Industriekultur/Exkursionen) - Das Erkunden der drei großen Weltreligionen - interkulturelle Kreativworkshops - kulturelle wie politische Bildungsfahrten - Einstiegsseminare zum Thema interkulturelles Lernen - Weiterbildungsseminare zum interkulturellen Handeln
Phasen des Projekts
Kulturexpress unterteilt sich in sechs Projektphasen, welche aufeinander aufbauen. Innerhalb von drei Jahren sollen diese Phasen durchlaufen werden und abgeschlossen sein.
- Aufbau von Kooperationen, Planung gemeinsamer Projekte
- Aufbau eines interkulturellen Teams durch bürgerschaftlich engagierte junge Menschen
- Interkulturelle MultiplikatorInnenschulungen
- Aufbau lokaler Strukturen
- Überregionale Projekte
- Politische Diskussion
Vernetzung
Durch die leitende Fachkraft des Projekts und Fachkräfte des Netzwerks soll gemeinsam die interkulturelle Öffnung in der Region Niederrhein geplant werden.
Insbesondere sprechen wir innerhalb der Sozialräume die AWO vor Ort und die in der Migrationsarbeit beteiligten Verbände und Gruppen an.
